41. Wer riestert, der rostet?

Shownotes

Ein kurzer Satz auf einem Plakat.

Eine klare Botschaft.

Und trotzdem habe ich mich gefragt:

Ist es wirklich so einfach?

Denn was in der Werbung funktioniert, muss noch lange nicht die richtige Antwort für einen konkreten Kunden sein.

Genau diesen Unterschied schauen wir uns in dieser Folge an.

Praxisgedanke: Werbung darf vereinfachen. Beratung muss unterscheiden.

Fazit: Nicht jede neue Lösung ist automatisch die passende Lösung.

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00:00:00: Wer rießt, der rostet.

00:00:03: So war die Aussage auf dem Werbeplakat das ich noch nicht in Frankfurt gesehen habe und deswegen möchte ich da hier unbedingt auch mal eine Folge dazu machen denn was für die Masse einfach klingt muss für den einzelnen Kunden deswegen noch lange nicht die beste oder überhaupt eine sinnvolle Lösung sein.

00:00:28: Habe tatsächlich von einem Anbieter für Online-Depots diese riesengroße Werbung gesehen an verschiedenen Stellen platziert.

00:00:37: Wer riestet, der rostet.

00:00:39: Ich muss tatsächlich zweimal hinschauen nicht weil ich das Thema Rieste oder das Altersvorsorgedepot schlecht finde sondern weil ich mich gebraucht habe.

00:00:48: Wow!

00:00:49: Das gilt also wirklich für jeden.

00:00:52: Also, erster Gedanke ist Werbung muss vereinfacht.

00:00:55: Werbung braucht eine klare Aussage weil ich kann keine zwanzig verschiedenen Kundensituationen darstellen das geht einfach nicht.

00:01:04: Das heißt werbung braucht grundsätzlich mal Eine klare aussage.

00:01:08: ja also muss die werbung auch ein bisschen provozieren und zuspitzen.

00:01:13: Ja also allschlecht und neu.

00:01:16: es gut dass funktioniert kommunikativ absolut aber die beratung funktioniert doch anders.

00:01:23: Und dieser Online-Anbieter bin ich mir fast sicher, dass da nicht der Fokus auf Beratung liegt sondern das der Kunde möglichst in einer online Klickstrecke selbst dieses Produkt abschließt und dann für sich künftig als Altersvorsorgelösung wählt unter Umständen obwohl er sich gar keine Gedanken gemacht hat ob es für ihn wirklich passt.

00:01:45: aber die Werbung soll einfach machen und soll sagen naja dann mache ich das ganze halt so dann ist es halt.

00:01:51: Also in der Beratung darf ich nicht fragen, was ist denn jetzt die beste Schlagzeile?

00:01:56: Wenn ich es vernünftig und seriös mache dann muss ich mich fragen.

00:02:00: Was ist denn für diesen Menschen jetzt sinnvoll?

00:02:03: Wir gucken uns mal drei Beispielsituationen an.

00:02:07: wenn ich sage Ich habe ein Ehepaar Und er ist unmittelbar Zulagen berechtigt.

00:02:14: Vorjahres Proto sechzig tausend, sie ist mittelbar zulagenberechtigt und hat zwei Kinder die nach zweitausend acht geboren sind und hab ihm zwei Verträge So dann würde im Riestervertrag eher dreizehnt hundertfünfundzwanzig Euro bezahlen Sie sechszig.

00:02:33: Beide kriegen die Grundzulage von je Hundertfünfundseinzig Euro Die Kindezulagen von sechshundert Euro.

00:02:40: Dann komme ich insgesamt auf neunhundertfünfzig Euro Zulagen, habe eine Gesamtbesparung von zwei tausend dreieinhalbunddreißig Euro und habe somit eine Förderquote ohne Steuervorteil gerechnet.

00:02:52: Von neunundsechzig Prozent!

00:02:55: Mache ich das gleiche jetzt im Altersvorsorge-Depot?

00:02:57: Zahlte er tausende achthundert sie hundertzwanzig die Grundzulage sind fünfhundertvierzig und die Kinderzulagen sind identisch mit sechshundert.

00:03:09: Das heißt, ich habe dann Zulagen in Höhe von zwölfhunderte Euro.

00:03:13: also mehr Zulangen aber auch natürlich eine höhere Gesamtbesparung.

00:03:18: drei tausend einhundertzwanzig Euro Die Förderquote drei sechzig Prozent Also nahezu identische Förderquote um all das Vorsorge-Niveau ein bisschen geringer Aber für eine tatsächlich deutlich höhere Einzahlung ist jetzt die Frage, was will der Kunde?

00:03:35: Wir machen es mal noch ein bisschen extremer.

00:03:39: Wir nehmen einen Ehepaar.

00:03:40: Beide sind unmittelbar zulagenberechtigt.

00:03:43: Die haben auch keine Kinder, haben zwei Verträge und haben zusammen ein vorjahres Bruttoeinkommen jeweils hundert fünf tausend Euro also wirklich gut verdienen.

00:03:54: Nehmen wir jetzt die Ries der Förderung.

00:03:56: beide zahlen den maximal Beitrag ein, die Zwei-Einsabzüglich der Grundzulage.

00:04:01: Also zahl'n nineteenhundertfünfundzwanzig Ehein und neunzehnhundertvonzwanzigsieh.

00:04:07: Darauf gehen jeweils zweimal die Grundzullagen.

00:04:09: Kinderzulagen gibt's keine.

00:04:11: also habe ich dreihundertfünftig Euro Zulagen.

00:04:15: spart mit insgesamt viertausend zweihundert Euro und ich komme auf eine Förderquote von neun Prozent Steuervorteil.

00:04:22: immer noch außen vorgelassen Machen die beiden jetzt das Altersvorsorge-Depot und zahlen pro Jahr die tausend achthundert Euro Eigenbeitrag an?

00:04:32: Bekommen die Eder von denen fünfhundertvierzig Euro Grundzulage.

00:04:35: Na, nach wie vor keine Kinderzulagen.

00:04:38: aber sie bekommen jetzt tausentachzig Euro Zulagen.

00:04:41: Gesamtbesparung viertausend sechshundertachtzig Förderquote dreißig Prozent also mehr als drei Mal so viel Förderquote im Vergleich zu Riester.

00:04:54: Nächste und letzte Situation.

00:04:56: Wir nehmen eine Arbeitnehmerin, die ledig ist hat ein vorheres Proto von zwanzigtausend und hat zwei Kinder also so die klassische allein erziehende Mutter.

00:05:07: So macht sie das jetzt eben.

00:05:10: altersvorsorge-Deput Spart sie im Jahr dreihundert Euro, kriegt eine Zulage von hundfünfzig Euro.

00:05:17: Die Kinderzulagen sechshundert das heißt siebenhundert.

00:05:21: fünfzig Euro kriegt sie an Zulange.

00:05:23: Gesamtbesparung tausendfünfzehn Euro und die Förderquote wieder ohne den Steuerfördern zweihundfünftig Prozent.

00:05:30: Das ist ja ordentlich!

00:05:32: Macht sie es aber mit Riester.

00:05:34: Zahlt sie nur den Mindestbeitrag ein, kriegt hundertfünfundsiebzig Grundzulagen – die gleichen Kinder-Zulagen kriegt insgesamt siebhundertfümundsiebsig Euro Zulagen.

00:05:44: Das sind nur fünfundzwanzig mehr!

00:05:46: Sie spart aber deutlich weniger ein achthundert fünfunddreißig.

00:05:50: Aber die Förderquote im Verhältnis zu ihrer Einzahlung sind eintausend zweihundert zweiundneunzig Prozent.

00:05:59: So das heißt Wir können für die einzelnen Situationen festhalten.

00:06:04: Die unterschiedlichen Startvoraussetzungen, die jemand hat und die unterschiedlichen Lebenshintergründe und Situationen werden zwangsläufig dazu führen dass ich ganz unterschiedliche Ergebnisse habe.

00:06:19: von naja eigentlich ist es neu zu der gleiche Förderquote aber ich müsste halt mehr einzahlen deutlich höher in Variante all, das Vorsorge-Depot oder die Förderquote ist deutlich höher im Variante.

00:06:38: Riester lässt sich eben pauschal nicht sagen.

00:06:41: deswegen muss ich in der Beratung die konkrete Situation anschauen und kann nicht nur sagen schließt es ganze online ab dieses oder jenes ist besser nur weil es älter oder moderner ist.

00:06:52: natürlich gibt eine Förderquote Automatisch Aufschluss darauf, ob die Anlage gute.

00:07:01: Ob die Auswahl, die dahinter steht gut ist.

00:07:04: Ob es tatsächlich für den Kunden zu einem individuellen Erfolg führen wird oder nicht das ist auch ganz klar.

00:07:11: aber wenn ich mir allein die Förderquoten in Relation anschaue muss sich doch im Kunden drüber sprechen und sagen was bedeutet denn das eine für dich?

00:07:19: Was bedeutend denn das andere für dich?

00:07:21: also Ich kann Und das ist eben das Wichtige, nicht sagen dieses oder jenes ist besser.

00:07:27: Sondern die Antwort ist unterschiedlich.

00:07:30: Medien brauchen eine einfache Geschichte.

00:07:33: Kunden brauchen aber ihre eigene Geschichte und das neue Produkt ist besser oder einfacher ist keine Beratung.

00:07:40: Wenn wir sagen schauen wenn man was bei ihnen rauskommt schon eher.

00:07:43: also das neue Altersvorsorgedepot ist eine echte neue Möglichkeit.

00:07:48: Es ist aber nicht so gedacht dass es für jede Lebenssituation immer automatisch die beste Wahl ist.

00:07:55: Auch die Regierung weiß darauf hin, dass die passende Variante von der persönlichen Lebenssituation in Individuenpräferenz und den Umständen abhängt.

00:08:03: Was ich natürlich als cleverer Vermittler noch mitmachen kann, ist das sich für den Kunden dieses Jahr – wenn er noch gar kein Altersvorsorge vertragert – noch ein Ries der Vertrag abschließe, den ich ja im neuen Jahr dann so nutzen kann, übergeht, dass ich dann sage ok legen in alten still und schieben das ins altes Vorsorge-Depot rüber.

00:08:27: Das soll ja ausdrücklich möglich sein aber dann hat der Kunde eben die Möglichkeit aufs beiden Wellen zu profitieren.

00:08:35: Eben wenn er nicht weiß oder als Frau bleibe ich ja allein gehe ich in eine Partnerschaft bekomme mich dann Kinder, bleib' ich dann vielleicht Zuhause?

00:08:44: bin ich weiterhin angestellt?

00:08:46: werde ich selbstständig?

00:08:47: oder bin ich selbständig?

00:08:48: werde ich vielleicht wieder angestellt?

00:08:50: Wenn genau das nicht so ganz noch klar ist und Lebensläufe ändern sich natürlich, dann habe ich natürlich die bessere Möglichkeit wenn mir alle Türen offen stehen.

00:09:02: Also das heißt, wenn ich im Kunden... Das kann ich das ganze ja haptisch machen!

00:09:06: Ich lege die Zahl nebeneinander drückt die Vorderquoten aus.

00:09:11: Ich nehme Karten oder Blätter, je nachdem also nicht zwanzig Seiten sondern ich sage wir schauen uns diese drei Menschen zum Beispiel mal an und der Kunde erkennt aber mir ist es so und so dann ist das natürlich ums erstmal ja beim Kunden dieses Thema den Bedarf zu wecken und zu öffnen praktisch.

00:09:30: aber dann muss sich natürlich das ganze vergleichen und mit gemeinsam beim Kunden die beste Lösung suchen.

00:09:36: Also Werbung Da vereinfachen Beratungen gegen muss aber unterscheiden.

00:09:42: Und bevor wir dann drüber sprechen, welches Produkt jetzt tatsächlich wirklich für den Menschen passt stellt sich für mich noch eine wichtigere Frage und zwar kann dieser Mensch überhaupt jeden Monat Geld für seine Zukunft auf Seite legen?

00:09:57: Ein Ja wäre jetzt gut!

00:09:58: Aber dann ist die Frage wie viel Geld kann denn mein Kunde überhaupt für seine Zukunft auf Seite legen?

00:10:05: und daraus noch, wie viel will er auch?

00:10:08: Deshalb beginnt das Thema Altersvorsorgeberatung.

00:10:12: Für mich nicht mit dem Thema Altsvorsorge sondern mit einer vernünftigen Ermittlung des aktuellen Standes des Kunden!

00:10:22: Und wie das am besten gelingt, das machen wir in der nächsten Folge.

00:10:27: Bis dahin.

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